Kurz gesagt: Brutblätter vermehren sich praktisch von selbst. Die Kindel an den Blatträndern bilden schon an der Mutterpflanze eigene Wurzeln, fallen ab und wachsen dort weiter, wo sie landen. Wer gezielt vermehren will, legt die Brutknospen auf feuchte Anzuchterde, drückt sie leicht an und bedeckt sie nicht. Bei rund 20 °C wurzeln sie binnen ein bis zwei Wochen.
Brutblatt vermehren – Schritt für Schritt
- Kindel abnehmen: Streifen Sie reife Brutknospen vorsichtig vom Blattrand ab, oder sammeln Sie die, die bereits abgefallen sind. Reif sind sie, wenn schon kleine weiße Wurzeln zu sehen sind.
- Substrat vorbereiten: Füllen Sie eine flache Schale mit Anzucht- oder Kakteenerde und feuchten Sie sie leicht an – feucht, nicht nass.
- Auflegen statt eingraben: Legen Sie die Kindel auf die Erde und drücken Sie sie nur leicht an. Sie brauchen Licht zum Keimen und dürfen nicht bedeckt werden.
- Hell und warm stellen: Ideal sind etwa 20 °C und ein heller Platz ohne pralle Mittagssonne.
- Sparsam feucht halten: Sprühen Sie die Oberfläche alle paar Tage an, statt zu gießen. Staunässe lässt die Kindel faulen.
- Umtopfen: Sobald die Pflänzchen zwei bis drei Zentimeter groß sind und eigene Blattpaare haben, setzen Sie sie einzeln in kleine Töpfe.
Wie lange dauert es, bis ein Brutblatt wurzelt?
Kurz gesagt: Bei den klassischen Arten mit fertigen Kindeln geht es sehr schnell – oft sind nach sieben bis vierzehn Tagen die ersten Wurzeln im Substrat. Wird ein ganzes Blatt zur Vermehrung genutzt, wie bei der Kalanchoe pinnata oder serrata, dauert es zwei bis drei Wochen bis zu den ersten Pflänzchen. Am langsamsten sind die behaarten Arten tomentosa und beharensis mit vier bis acht Wochen.
Vermehrung über ganze Blätter
Kurz gesagt: Manche Arten bilden ihre Kindel erst, wenn ein Blatt vom Stängel getrennt wird. Legen Sie das Blatt flach auf feuchte Erde – bei der Kalanchoe pinnata erscheinen die Jungpflanzen dann in den Kerben des Blattrandes. Bei den behaarten Arten wie der tomentosa lassen Sie die Schnittstelle erst zwei bis drei Tage antrocknen, bevor Sie anfeuchten, sonst fault das Blatt.
Warum sterben meine Brutknospen ab?
Kurz gesagt: In den meisten Fällen wegen zu viel Wasser. Brutknospen sind Sukkulenten im Miniaturformat und faulen schnell, wenn das Substrat dauerhaft nass ist. Zweithäufigster Grund ist zu wenig Licht – dann bleiben die Kindel blass und kippen um. Eine Ausnahme sind die rosa Kindel der Sorte Pink Butterflies: Ihnen fehlt Chlorophyll, sie können nicht selbst überleben und sterben nach dem Abfallen zwangsläufig ab.
Kann man Brutblätter auch über Stecklinge vermehren?
Kurz gesagt: Ja. Schneiden Sie einen Kopfsteckling von etwa zehn Zentimetern ab, entfernen Sie die unteren Blätter und lassen Sie die Schnittstelle zwei Tage antrocknen. Danach in durchlässige Erde stecken und sparsam gießen. Das lohnt sich vor allem, wenn eine Pflanze unten kahl geworden ist – der Rückschnitt verjüngt sie und liefert gleichzeitig Nachwuchs.
Was tun mit den vielen Jungpflanzen?
Ein einziges Brutblatt produziert im Jahr mühelos hunderte Kindel. Verschenken Sie sie – als lebendiges Mitbringsel kommen sie fast immer gut an. Wichtig: Sammeln Sie abgefallene Kindel regelmäßig auf, sonst wurzeln sie in den Nachbartöpfen. Und behalten Sie im Hinterkopf, dass alle Arten schwach giftig sind, wenn Sie an Haushalte mit Tieren verschenken.
Alles zur laufenden Pflege steht im Brutblatt-Pflege-Ratgeber, die Unterschiede zwischen den Arten im Artenvergleich.
