Ist das Brutblatt giftig? Für Katzen, Hunde und Menschen

Kurz gesagt: Ja, Brutblätter sind schwach giftig. Alle Kalanchoe-Arten enthalten Bufadienolide – herzwirksame Glykoside, die beim Verzehr Erbrechen, Durchfall und in größeren Mengen Herzrhythmusstörungen auslösen können. Für Katzen, Hunde und Kleintiere ist die Pflanze riskanter als für Menschen. Sie gehört außer Reichweite von Haustieren und Kleinkindern.

Welcher Stoff macht das Brutblatt giftig?

Kurz gesagt: Bufadienolide. Das sind herzwirksame Glykoside, chemisch verwandt mit den Wirkstoffen des Fingerhuts. Bei der Kalanchoe daigremontiana heißt die bekannteste Verbindung Daigremontianin. Diese Stoffe beeinflussen die Herzmuskelzellen – in kleinen Mengen führt das zu Magen-Darm-Beschwerden, in größeren Mengen zu Störungen des Herzrhythmus.

Die Konzentration ist in Blüten und Blattsaft am höchsten. Sie schwankt zwischen den Arten deutlich: Die Kalanchoe delagoensis gilt als die giftigste Art und ist in Australien, wo sie verwildert wächst, als Ursache von Vergiftungen bei Rindern und Schafen dokumentiert.

Ist das Brutblatt giftig für Katzen?

Kurz gesagt: Ja, und Katzen zählen zu den empfindlichsten Tieren. Schon kleine Mengen können Erbrechen, Speicheln, Durchfall und Teilnahmslosigkeit auslösen; bei größeren Mengen sind Herzrhythmusstörungen möglich. Da Katzen gerne an Pflanzen knabbern und gut klettern, reicht ein hohes Regal oft nicht – sicherer ist ein Raum, den die Katze nicht betritt.

Wenn Ihre Katze gefressen hat: Rufen Sie Ihre Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst an, auch wenn das Tier zunächst unauffällig wirkt. Nehmen Sie ein Blatt oder ein Foto der Pflanze mit. Versuchen Sie nicht, selbst Erbrechen auszulösen.

Ist das Brutblatt giftig für Hunde?

Kurz gesagt: Ja, dieselben Wirkstoffe betreffen auch Hunde. Weil Hunde meist größer sind als Katzen, ist die aufgenommene Menge im Verhältnis zum Körpergewicht oft geringer – gefährlich bleibt es trotzdem, besonders bei kleinen Rassen und Welpen. Die Anzeichen sind dieselben: Erbrechen, Durchfall, Schwäche. Auch hier gilt: im Zweifel die Tierarztpraxis anrufen.

Wie gefährlich ist das Brutblatt für Menschen?

Kurz gesagt: Deutlich weniger gefährlich als für Haustiere, aber nicht harmlos. Ein versehentlicher Hautkontakt ist unbedenklich; empfindliche Haut kann auf den Pflanzensaft mit Rötung reagieren, weshalb beim Rückschnitt Handschuhe sinnvoll sind. Kritisch wird es beim Verschlucken – vor allem bei Kleinkindern, die Pflanzenteile in den Mund nehmen.

Bei Verdacht auf eine Vergiftung hilft der Giftnotruf weiter. Die Nummern der regionalen Giftinformationszentren finden Sie über eine Suche nach „Giftnotruf“ und Ihrem Bundesland. Im Notfall gilt: 112.

Welche Brutblatt-Arten sind besonders giftig?

Kurz gesagt: Alle Arten enthalten Bufadienolide, aber nicht gleich viel. Als besonders gehaltvoll gelten Kalanchoe delagoensis und die Hybride Kalanchoe × houghtonii. Die Kalanchoe daigremontiana, die laetivirens und die pinnata liegen niedriger, sind aber ebenfalls nicht zum Verzehr geeignet. Einen Überblick über die Unterschiede gibt unser Artenvergleich.

Kann ich trotzdem ein Brutblatt halten?

Ja – mit etwas Umsicht. Stellen Sie die Pflanze dorthin, wo Tiere und Kinder nicht hinkommen, und sammeln Sie abgefallene Kindel regelmäßig auf, denn genau die landen sonst auf dem Boden. Tragen Sie beim Schneiden Handschuhe und waschen Sie danach die Hände. Wer Freigängerkatzen hat, die notorisch an allem knabbern, überlegt sich die Anschaffung besser zweimal.

Dieser Text ersetzt keine tierärztliche oder medizinische Beratung. Wir verkaufen unsere Pflanzen ausschließlich als Zierpflanzen.

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